Feb 12

Wenn hier schon seit Wochen nichts zu lesen ist, dann liegt das nicht etwa daran, dass nichts passiert ist (eher im Gegenteil), sondern am Zeitmangel des Schreibers dieser Zeilen. Es gibt viel zu entscheiden und zu überwachen, Mängel beheben zu lassen und hin und wieder auch mal selbst Hand an zu legen. Und dann gibt es da noch den kleinen Sohn und seine schwangere Mama, und gearbeitet werden muss auch noch hin und wieder.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Christa und Karlheinz, die uns immer wieder kräftig unterstützen.

Unser aktuelles Ziel lautet: Umzug im März. Ob das wohl klappen wird?

Dez 01

Da Ende letzter Woche der Estrich eingebaut wurde und danach erst mal nicht gelüftet werden konnte, hat sich das Haus über das Wochenende zur Tropfsteinhöhle entwickelt. Als Bauherr und -in das Drama gestern Morgen gesehen haben, haben sie sich spontan zu einer Fensterputzaktion entschieden: Die patschnassen Fenster wurden mit Handtüchern und Fensterabziehern getrocknet.

Um der Kälte wenigstens ein bisschen Paroli bieten zu können (richtig heizen dürfen wir noch nicht, damit der Estrich nicht zu schnell trocknet), haben wir heute Nacht (fast) alle Lampen brennen lassen. Heute Morgen gab’s daraufhin Anrufe besorgter Nachbarn bei den Schwiegereltern…

Heute Morgen haben wir die Fensterputzaktion wiederholt. Und heute Abend die Energiesparlampen gegen 60W-Birnen ausgetauscht. Schließlich soll’s noch ein Weilchen knackekalt bleiben.

Nov 15

Eigentlich war die Wiederholung des Blowerdoortests für letzten Freitag geplant, wurde jedoch kurzfristig abgesagt, weil es für den Test zu windig war. Heute Nachmittag kam nun endlich die Stunde der Wahrheit. Nach dem Eintreffen des Energieberaters hat dieser sofort begonnen, sein Gerät einzubauen. Nachdem auch der zweite Architekt eingetroffen ist, hat der Bauherr die Bautür abgedichtet. Der dafür gebastelte Deckel hat sich zwar in der hohen Luftfeuchte des Hauses etwas verzogen, aber trotzdem sehr gute Dienste geleistet.

Die provisorische "Passivhaustür"

Diesmal wurde nicht erst lange nach Lecks gesucht, sondern gleich die Luftwechselrate gemessen. Zur Erinnerung: Der Wert, den wir erreichen müssen, ist 0,6 h-1. Das Ziel des Bauherrn waren 0,5 h-1, um beim zweiten Test (wenn Estrich, der Verschluss von Wanddurchbrüchen und die Außenfassade die Luftdichtigkeit noch einmal erhöhen) vielleicht auf einen Wert von 0,4 h-1 zu kommen. Ein Wert schlechter als 0,6 h-1 hätte bedeutet, dass wir Lecks suchen und abdichten und den Test noch einmal hätten wiederholen müssen – und während dieser Zeit im Haus nichts anderes mehr hätten tun können. Aber so weit sollte es nicht kommen. Die erste Messung hat gleich einen sehr guten Wert von 0,4 h-1 ergeben – sehr zur Erleichterung von Architekten und Bauherren. Wir haben dann trotzdem noch Lecks gesucht (und auch ein paar gefunden).

Nach Eingabe des neuen Werts für die Luftwechselrate in das PHPP (Programmpaket zur Projektierung von Passivhäusern) sinkt der berechnete jährliche Heizwärmebedarf unseres Hauses von 14,7 auf 13,7 kWh/m²a. Zur Erinnerung: Der Grenzwert für ein Passivhaus liegt bei maximal 15 kWh/m²a.

Nov 09

… so ungefähr lässt sich der Erkenntnisgewinn des heutigen Blowerdoortests zusammenfassen. Und da uns das schon vorher bekannt war, war die heutige – mit viel Spannung erwartete – Aktion eigentlich für die Katz.

Erst gestern hat uns der Energieberater, der den Test durchgeführt hat, erklärt, dass sein Gerät nicht so groß wäre, dass man es in die Öffnung der Haustür einbauen könnte, wovon wir bisher ausgegangen sind (deshalb heißt es ja Blowerdoor). Das Gerät wurde deshalb in eines der Fenster eingebaut.

Der Energieberater beim Vorbereiten des Blower"window"-Tests

Das wäre ja prinzipiell keine Problem. Aber leider ist noch keine luftdichte Haustür eingebaut, sondern nur eine Bautür, die nicht einmal in der Lage ist, Katzen draußen zu halten, also höchstens so luftdicht ist wie ein Sieb. “Kein Problem” meinte der Energieberater im Vorfeld, als wir ihn darauf hingewiesen haben. Er hätte ganz tolles Klebeband, mit dem er die Tür abdichten könnte. So sieht das Ergebnis von innen aus:

Die "luftdichte" Bautür

Aber – oh Wunder – die Tür war leider nicht luftdicht zu bekommen. Die Testergebnisse in der Zusammenfassung:

  • Ein Unterdruck konnte aufgebaut und gehalten werden
  • Mit Hilfe des Unterdrucks konnten wir einige Leckkagen im Haus orten. Dabei waren auch ein Teil der Elektro-Dosen (wie schon erwartet), bei denen jeweils zwei Kabel durch eine Dichtung geführt wurden
  • Mit Hilfe des Unterdrucks konnte auch eine Messung der Luftdichtigkeit durchgeführt werden. Dabei ist angeblich ein Wert von 1,0 / h für die Luftwechselrate herausgekommen. Das bedeutet: In jeder Stunde wird bei dem eingestellten Unterdruck das gesamte Luftvolumen durch die Leckagen im Haus komplett ausgetauscht. Dieser Wert mag für ein normales Haus gut sein, für ein Passivhaus liegt der maximal zulässige Wert bei 0,6 / h, d.h., dass in einer Stunde maximal 60% des Luftvolumens durch unerwünschte Leckagen ausgetauscht werden. Da kein Mensch weiß, wie viel dieses Luftstroms durch die undichte Bautür geflossen ist, ist das Ergebnis wenig aussagekräftig
  • Der Test muss jedoch nicht nur mit Unter- sondern auch mit Überdruck durchgeführt werden. Das war jedoch überhaupt nicht möglich, da dabei so viel Luft durch Lecks nach draußen strömte, dass das Gerät den für die Messung benötigten Luftdruck gar nicht aufbauen konnte. Wieder stellt sich die Frage: Wo ist die Luft hin, die wir so lange nicht beantworten können, wie wir als Kandidaten immer die Bautür in Verdacht haben müssen

Wie lautet doch ein Lieblingsspruch des Bauherren: Wer viel misst, misst viel Mist!

Wir werden jetzt also eine Möglichkeit suchen, die Bautür luftdicht zu verschließen und den ganzen Test dann wiederholen.

Aug 07

Bei unserem heutigen Spaziergang mussten wir feststellen, dass der Bauunternehmer den Kran abgebaut und andere nicht mehr benötigte Dinge von der Baustelle entfernt hat. Da wird sich der Dachdecker ja freuen…